Es ist Samstag, der 10. November, 16 Uhr. Vor und in der Baracke ist eifriges Getuschel und Gekrame im Gang. Sonst ist hier samstags nie was los.
Kinder schleichen um das Haus, versuchen einen Blick zu erhaschen, klopfen an die Türen und Wände. Innen werkeln 14 Mitarbeiter. Die Handgriffe sitzen, vieles ist Routine.
Zwei Stunden später. Vor dem Haus hat sich eine Menschenmenge angesammelt. 40 Kids drängen sich am Eingang. Aus dem ganzen MV und sogar aus Wittenau, Rosenthal und Karow sind sie herbei-geströmt. Dann geht die Tür auf und es geht los, die 23. Kinderdisko in der Baracke. 136 Kinder zwischen sechs und vierzehn Jahren drängeln sich bei Liedern wie „Jimi Blue“ auf der Tanzfläche, darunter eine Fußballmannschaft und ein Kindergeburtstag. DJ Udoslavs und DJ Brian heizen richtig ein. Das Tanz- und Akrobatikteam hat seinen lang herbeigesehnten und heiß umkämpften Auftritt. Es gibt Hot-Dogs, Wassereis, Cola und andere Leckereien.
Vor dem Haus sammeln sich derweil immer mehr Jugendliche. „Wieso dürfen wir nicht rein?“ Zum Glück haben die Türsteher alles im Griff. Gott sei Dank gibt es keine Zwischenfälle an diesem Abend. Ab neun Uhr wird es langsam ruhiger, ich bin froh, dass es anscheinend doch nicht so viele Eltern gibt, die ihre Kinder so spät noch weglassen. Um Zehn schließt die Tür ohne Debatte. Am Anfang wurde noch diskutiert „Wieso nur bis um Zehn?!“ Jetzt sind alle müde und glücklich.
Für die Mitarbeiter beginnt jetzt gerade die nächste Schicht: Aufräumen, Saubermachen, gemütliches Zusammensein mit Reflexion des Abends. Die vorher abgegebenen Besucherzahltipps zeigen: niemand hatte mit so vielen Kindern gerechnet. Die Mitarbeiter sind zufrieden über den Spaß der Kinder und das gute Miteinander. Nach und nach verabschieden sie sich müde, bis der letzte um 3 Uhr das Licht ausmacht.