CVJM gestaltet Mauerstein

Es war einmal ein Dominostein. Dieser war viel größer, als die üblichen, die man aus diversen Spielen kennt. Jedoch war er weder besonders hübsch noch irgendwie auffällig. Er war nur ein einfach großer weißer Stein, von denen es noch hunderte andere gab.

Doch er hatte einen Traum. Gemeinsam mit den vielen anderen Dominosteinen wollte er, farbig gestaltet, den ehemaligen Mauerstreifen in Berlin säumen, um zum 20. Jahrestag die Mauer noch einmal symbolisch fallen zu lassen. Doch noch war er ein einfacher großer weißer Dominostein.

Nach einigen Tagen tat sich plötzlich etwas in seiner Umgebung. Er wurde in einen Transporter geladen und durch die Straßen von Berlin gefahren. Nach einigen Minuten Fahrtzeit und etlichen Kurven kam der Wagen zum Stehen. Der Stein war schon ganz gespannt, was ihn wohl da draußen erwarten würde. Voller Freude vernahm er, dass er vom Mitarbeiterteam des CVJM Berlin in der Einemstraße mit Begeisterung in Empfang genommen wurde. Schon jetzt spürte er, dass er nicht mehr nur irgendein unscheinbarer Stein war, sondern dass aus ihm etwas werden sollte.

Nur wenige Tage später bekam unser Stein einen neuen Anstricht. Die graue Farbe gefiel dem Stein schon ziemlich gut. Aber so richtig begeistert war er davon noch nicht. Im Laufe der Zeit versammelten sich um den Stein herum immer mehr Fotos, auf denen die Gesichter der unterschiedlichsten Menschen abgebildet waren. Schon bald darauf fand unser Dominostein diese zu einem großen "WIR" geformt auf sich klebend wieder. Ganz zum Schluss bekam der Dominostein Risse aufgemalt.

Sein neues Aussehen gefiel ihm sehr. Aber so ganz verstand unser Dominostein noch nicht, was es damit auf sich hatte. Doch dann erfuhr er die Geschichte, die mit ihm verdeutlich werden sollte: "Gemeinsam können wir etwas bewegen. Viele Menschen mit den unterschiedlichsten Geschichten, Lebenslagen und Träumen wurden zu einem großen WIR. Diese starke Gemeinschaft hat die Mauer, die trennende Grenze, zum Einstürzen gebracht."

Völlig geschafft und gleichzeitig begeistert von seiner Veränderung in den vergangenen Tagen präsentiert er nun seine Botschaft.

Aus dem Keller des CVJM Berlin, wo er die Verwandlung durchgemacht hatte, brach der Stein zum Brandenburger Tor auf. Dort sollte am 9. November 2009 sein Traum wahr werden. Unter dem Jubel tausender feiernder Menschen wurde er gemeinsam mit vielen anderen Dominosteinen angestoßen und fiel als Zeichen für den Mauerfall von vor 20 Jahren. Da lag er nun, völlig zufrieden und glücklich über dieses Ereignis.

Und wer weiß, vielleicht kann unser Mauerstein eines Tages durch die Welt reisen, viele Menschen und Kulturen kennen lernen und ihnen seine Geschichte erzählen.

Autorin:
Katrin Klauck

Fotos vom Mauerstein gibt es hier.