
Ende Januar war unser Mitarbeiter Constantin Ganschow für neun Tage in Togo und hat dort den CVJM besucht. Hier ein Bericht von seiner Reise.
CVJM in Togo
Nach vierjähriger Pause besuchten Mitarbeitende der AG der CVJM im Januar 2009 die Partner in Togo. Vorausgegangen war ein Zusammenbruch der CVJM-Arbeit wegen interner Konflikte und weil Geldgeber ihre Förderzusagen für bestimmte Programme zurückgezogen hatten. Im Januar 2005 hatte Martin Meißner für die AG an einem Partnermeeting teilgenommen, in welchem Möglichkeiten eines Neuanfangs besprochen worden waren. In der Folge unterstützte die Arbeitsgemeinschaft ein Programm zum Neuaufbau einer geistlichen Basis für Mitglieder und Mitarbeitende.
Global Operating Plan (GOP)
Inzwischen läuft in Togo der "GOP-Prozess" des CVJM-Weltbundes. Unter Beteiligung der Africa Alliance of YMCAs und der internationalen Partner aus Deutschland, den USA und Großbritannien werden Ziele und Schwerpunkte der CVJM-Arbeit in Togo neu entwickelt. Constantin Ganschow vom CVJM Berlin und Martin Barth von der AG-Geschäftsstelle waren daran beteiligt und besuchten lokale Vereine.
Sophie Ahadji, die als ehrenamtliche Mitarbeiterin die geistlichen Programme im CVJM in Togo leitet, erzählt uns: "Als damals die ganze Arbeit zusammenbrach, waren viele Mitarbeiter entmutigt und wollten gar nicht mehr weitermachen. Dann haben wir nach den tiefer liegenden Gründen geforscht und festgestellt, dass uns die geistliche Basis abhanden gekommen ist. Wir kamen zu der Überzeugung, dass die Motivation für eine gute CVJM-Arbeit nur dann neu entstehen kann, wenn wir bei Mitgliedern und Mitarbeitenden die Verwurzelung im christlichen Glauben neu zum Leben erwecken."
Glaubens- und Mitarbeiterkurs
Daraufhin entwickelten die verantwortlich Mitarbeitenden Materialien für einen Glaubens- und Mitarbeiterkurs, der über die regionalen Organisationsschienen in allen Ortsvereinen durchgearbeitet wurde. Dieses Programm entstand "von Ehrenamtlichen für Ehrenamtliche", die hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wirkten nur unterstützend daran mit. Leitungsteams wurden auf nationaler, regionaler und örtlicher Ebene geschult und der Kurs wurde in den Lokalvereinen durchgeführt. Es beeindruckte uns, wie grundlegend die CVJM-Arbeit dadurch erneuert wurde. Auf einem Bibelcamp im Dezember 2008 begannen 19 von 31 Teilnehmenden ein neues Leben mit Jesus Christus. In einem Ortsverein, den wir besuchten, beginnt kein Treffen, keine Jugend-, Sport- oder Tanzgruppe ohne vorherige Andacht, den Austausch von Glaubenszeugnissen und Gebet.
Ganzheitliche Perspektive
Auch in sozialen Projekten setzt sich diese Bewegung mit großem missionarischem Engagement immer mehr durch. "Wir schulen junge Menschen in HIV-AIDS-Prävention, aber wir geben ihnen mit der guten Botschaft von Jesus Christus auch eine Perspektive für ihr ganzes Leben." Ebenso sieht es bei der Fürsorge für Bedürftige, bei beruflicher Schulung und in der klassischen Jugendarbeit aus. Ein mit Hilfsmitteln unterstütztes Programm für jugendliche Straffällige soll missionarisch ausgestaltet werden. "Wir möchten die geistlichen Programme nicht als eine Sparte neben anderen sehen, sondern sie sollen als Grundlage jede Tätigkeit des CVJM durchdringen."
In einem Ort, in dem 95 Prozent Muslime wohnen, fragten uns die Partner, ob wir nicht einen gemeinsamen Missionseinsatz machen könnten. Dieser sollte möglichst mit einem medizinischen Einsatz verbunden sein. "Wenn ihr mit christlichen Ärzten kommen würdet, könnten wir in den Dörfern der Umgebung medizinische Hilfe anbieten, und die Leute würden sich der Botschaft von Jesus Christus öffnen, die wir ihnen bringen wollen."
Wir passen zusammen
Mit diesem geistlich gegründeten Neuanfang ist eine beeindruckende Motivation unter den Mitarbeitenden entstanden, deren Feuer auch uns angesteckt hat. An manchen Stellen dachten wir: "Diese Dynamik wünschen wir uns auch bei uns in Deutschland!" Mit der Grundausrichtung, dem ehrenamtlichen Engagement und den Planungen für den zukünftigen Kurs des CVJM in Togo passen unsere afrikanischen Geschwister hervorragend in den AG-Kontext. Es ist ein Privileg, an ihrer Seite mitzugehen, und wir freuen uns, wenn Mitarbeitende, Vereine und Missionsgruppen aus Deutschland diese Bewegung unterstützten.
Martin Barth, AG-Geschäftsstelle