Die friedliche Revolution in der DDR

Steffen Reiche im CVJM Berlin

In Vertretung für den erkrankten Dr. Manfred Stolpe kam am 16.11. Steffen Reiche in den CVJM, um etwa sechzig CVJMer, Mitarbeiter und Freunde, teilnehmen zu lassen an seinen Erinnerungen an die Zeit im Herbst 1989.
Steffen Reiche gehörte mit zu dem Kreis von überwiegend evangelischen Pastoren, die am 7.Okt. 1989, also etwa vier Wochen vor dem Einsturz der Mauer und des Unrechtregimes DDR im Pfarrhaus von Schwante die Sozialdemokratische Partei der DDR gründeten. Und natürlich wurde er postwendend dafür verhaftet und kam nach Rummelsburg.
Es war für mich schon bewegend neu zu hören, mit welchem Mut, aber auch welcher Hoffnung und mit welchem Gottvertrauen Steffen Reiche und seine Mitstreiter damals ans Werk gingen, für bessere und gerechtere Verhältnisse in der DDR Verantwortung zu übernehmen und sich zu engagieren, wohl wissend, dass sie damit für den Staat mehr als unbequem wurden.
Auch das habe ich gehört, dass Steffen Reiche den Fall der Mauer und den Untergang des Unrechtstaates DDR durchaus als Geschenk Gottes und die Erhörung vieler Gebete betrachtet, trotz allem menschlichen Bemühen um Reformen in den damaligen Tagen. Aber es blieb ein unverfügbarer Rest an Führung und Geleit, dass trotz auch aller Fehler die friedliche Revolution auch eine Friedliche blieb.
Dazu ein Zitat von Horst Sindermann, Präsident der DDR-Volkskammer: wir haben mit Vielem gerechnet, aber nicht mit Kerzen und Gebeten.
Interessant auch, dass Steffen Reiche ausführte, dass für ihn heute das Ringen um Lösungen in unserer Klimasituation eine größere Herausforderung darstellt, als damals in der Reformierung und Überwindung des damaligen Unrechtstaat DDR.
Insgesamt war es ein spannender Abend und wir danken auch an dieser Stelle noch einmal Steffen Reiche, dass er so kurzfristig diesen Abend übernommen hat.

 

Autor:
Reinhard Kubbutat