FSJ = Freiwilliges Soziales Jahr = Father Spirit Jesus

Mein Name ist Sarah, ich bin 20 Jahre alt und komme ursprünglich aus einem kleinen Städtchen in Sachsen. Seit September 08 bin ich FSJ-lerin im CVJM Berlin. Warum ein FSJ, wenn man doch gleich studieren oder zur Ausbildung gehen kann?

Nach dem Abitur wollte ich endlich mal etwas mit meinen Händen schaffen, den Schreibtisch verlassen und nur noch in Büchern lesen, die mir gefallen. So richtig hatte ich eh keine Ahnung, was ich beruflich machen will. Außerdem wollte ich Zeit mit Gott verbringen, mit ihm was erleben, unsre Beziehung festigen und auf eine neue Ebene bringen. Gern wollte ich was mit Menschen machen, besonders gern mit den kleinen. So entschied ich mich während meines Abiturs, mich als FSJlerin hier in Berlin für eine Stelle in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit zu bewerben.

Kein Tag gleicht dem anderen

Nun ist die Hauptstadt seit September mein neues zu Hause und mein Wirkungsort. In einem sozialen Brennpunkt Berlins darf ich in einem Kinder- und Jugendhaus, der CVJM "Baracke" im Märkischen Viertel, arbeiten. Kein Tag gleicht dem anderen, immer neue Aufgaben und Herausforderungen warten auf mich. Die meisten unserer Besucher haben einen Migrationshintergrund und bringen somit nicht nur verschiedene Charaktere sondern auch kunterbunte Kulturen mit. Somit wird jeder Tag zu einem kleinen Abenteuer.

Warum heißt Berlin eigentlich Berlin?

Bei einer dieser Freizeiten habe ich etwas erlebt, was mich immer wieder schmunzeln lässt. Auf der Fahrt zum Freizeitheim fragte mich ein fünfjähriges arabisches Mädchen: "Sarah, warum heißt Berlin eigentlich Berlin?" Da ich gerade am Steuer saß und auch so wenig Ahnung hatte, antwortete ich ungefähr: " Ähm, also da war irgendwas mit einem Bär. Aber ich kann es dir nicht genau sagen, lass uns nach der Ankunft die anderen fragen." Schweigen war die Antwort. Sie dachte selbst über die Lösung ihrer Frage nach. Nachdem sie diese auch gefunden hatte, teilte mir dies das kleine Mädchen freudestrahlend mit. "Ach, ich weiß schon, warum Berlin 'Berlin' heißt. Gott hat gesagt dass die Stadt so heißen soll, und dann heißt sie auch so - dafür sorgt er nämlich. Aber wenn du mich fragst, er hätte ihr auch einen schöneren Mädchennamen geben können."

Dieses Erlebnis hat mir gezeigt, dass Gott allmächtig ist, und er einen Weg für mich hat. Er sorgt nicht nur dafür, dass eine Stadt seinen Namen bekommt, sondern dass auch ich einen Platz in seinem Plan einnehmen kann. Mir ist klar geworden, dass dieses Jahr nicht nur eine Lückenfüllung zwischen Schule und Universität ist oder ein Abenteuer, sondern dass ich hier gebraucht werde und ich diese Menschen und Begegnungen benötige. Auch wenn ich manche Aufgaben als unüberwindbar empfinde, oder ich auf manche gar keine Lust habe, so sind sie doch vom Herrn gewollt.

Gott möchte mich gebrauchen

Nun kann ich nach einigen Monaten schon sagen, dass ich weiterhin hauptamtlich arbeiten möchte. Ich weiß und merke, dass mich Gott gebrauchen möchte. Darum bin ich nun bemüht ab Herbst 2009 Theologie und Sozialpädagogik zu studieren. Dieses Jahr in einer mir fremden Stadt ermöglicht mir selbstständiger zu werden, meine Freizeit selbst zu organisieren und geduldiger im Umgang mit Menschen zu werden. Ich lerne so viele Dinge, vor allem im Sozialen Bereich, die ich nicht aus Büchern lernen könnte. Immer wieder begegnen mir neue nette und liebenswerte Menschen, die mir Wegbegleiter sind.

Es ist genial, im Alltag immer öfter Gott zu erfahren, wenn man es nur zulässt. Ich bin ihm von Herzen dankbar, dass er mir diese einmalige Chance gegeben hat und bin gespannt, was uns beiden in den nächsten Wochen und Monaten noch so alles passiert.

Sarah Richter