Kanutour Märkische Umfahrt 2011

Am Donnerstagfrüh (25.8.) trafen sich acht CVJMer, um unbekannte Ecken im Land Brandenburg per Kanu zu erkunden. Henning hatte uns nach Zeuthen gebracht, wo wir die Kanus zu Wasser ließen und das Gepäck auf unsere vier Boote verteilten.

Der erste größere Ort, den wir passierten, war Königs Wusterhausen. Wie haben wir gestaunt, als wir dort vom Wasser aus beobachten konnten, wie große Eisenbahnwagons einfach auf den Kopf gestellt wurden, um die Braunkohle von dort in eine Schute zu befördern…

Kurz nach diesem techn. „Wunderwerk“ kamen wir an die erste Schleuse. Es sollte nicht die letzte bleiben. Insgesamt hatten wir auf unserer Tour bis Kossenblatt sieben Schleusen und zwei Wehre zu überwinden, wobei beim ersten Wehr in Märkisch Buchholz mit zwei sehr langsamen Seilwinden, die wir zu bedienen hatten, insgesamt etwa 6 Höhenmeter zu überwinden waren. Beim zweiten Wehr war dann nur unsere Musekelkraft gefordert, die Bootslore mit dem Boot darauf zu bewegen.

Auch bei den Schleusen erlebten wir eine große Vielfalt. Die Meisten wurden von Schleusenwärtern bedient, zwei Schleusen mussten wir selbst von Hand bewegen und auch eine vollautomatische Schleuse, bei der wir nur einen Hebel vom Kanu aus umlegen mussten, wartete auf uns.

Aber das, was wir am meisten erlebten, was uns auf unseren etwa 70 Kilometern am meisten begegnete und auch beeindruckte, war wunderbare und unberührte Natur. Immer wieder stiegen vor uns Graureiher vom Ufer aus oder ließen sich gar nicht beim Sonnen stören. Wir entdecken Biberspuren, auch ein Eisvogel flog uns eine Weile voraus.

Hin und wieder kam uns mal ein Boot entgegen. Bei einer größeren Jacht aus Dresden, deren Kapitänin uns sehr unerfahren und schlicht vorkam, hatten wir den Eindruck, letztere wollte ihre am Bug befindlichen Mitfahrer am liebsten durch einen Schubs gegen Walters Kanu in das selbige befördern.

Zu erwähnen ist auch die Begegnung mit einem netten Kapitän eines Spreewaldbootes, der auf dem Heimweg von einer Gästetour feststellte, dass er noch zu viel köstlichen Pflaumenkuchen an Bord hatte. So ging er bei jedem unserer Kanus längsseits und wir durften uns leckeren Kuchen von seiner Glasplatte nehmen, hmmmmh.

Erwähnung bedarf es auch des Russen, der in Bindow  einen früheren Biwakplatz zum Übernachten übernommen, aber noch nicht wieder eröffnet hatte (was wir nicht wissen konnten, stand er doch im Wasserwanderatlas). Aber er schloss uns die Toiletten auf, lies uns unsere Zelte aufschlagen… und fuhr gen Russland. Bezahlen mussten wir nicht – herzlichen Dank!

Insgesamt war es eine sehr schöne Tour, bei der wir Brandenburgische Landschaften mal auf eine ganz andere, sehr idyllische, ruhige und zugleich sportliche Art und Weise kennen lernen durften.

Bei den Gesprächen, ob wir im nächsten Jahr den zweiten Teil der insgesamt 180 Kilometer langen Märkischen Umfahrt, bei der es über die Dahme, den Dahme-Umfluter und dann die Spree geht, oder ob wir noch mal auf die polnische Drawa gehen sollen, blieb noch offen. Für beide Gewässer gab es Stimmen. Oder wollen wir zwei Touren machen?

Autor:
Reinhard Kubbutat

Fotos von der Kanutour gibt es hier.