TM & MA Wochenende in Storkow 20.-22. Mai 2011

Denn wie der Leib "einer" ist und doch viele Glieder hat, alle Glieder des Leibes aber, obwohl sie viele sind, doch "ein" Leib sind: so auch Christus. 1. Kor. 12, 12

Das Bild vom Leib mit vielen Gliedern begleitet die Gemeinde der Christen nunmehr schon über 2000 Jahre. Der Text fährt dann mit der gemeinsamen Taufe durch den Heiligen Geist fort und kommt später zum Schluss, dass alle Glieder ihre eigene Auf(Gabe) vom Herrn selbst empfangen haben. Genau dieser letzten Erkenntnis konnten wir Tätigen Mitglieder, Mitarbeiter und interessierte junge Erwachsene am vergangenen Wochenende nachgehen. Unser TM & Mitarbeiter Wochenende in Storkow stand nämlich gänzlich unter dem Thema der Gaben: ihrer Entdeckung und Förderung sowie dem Einsatz der Gaben in der Gemeinschaft.

Freitagabend begannen wir mit einem reichhaltigen Abendbrot, dem ein „Gaben-Scrabble“ folgte. Dabei haben wir in frei gewählten Tischgruppen gemeinsam unser Vorwissen zum Thema in bekannter Scrabble-Manier zu Papier gebracht. Doch auch für einen geistlichen Einstieg in das Wochenende wurde gesorgt: nach der ersten Lerneinheit des Seminars konnten wir uns mit gemeinsamem Singen auf Gottes Gegenwart einstimmen. Nach dieser Lobpreis-Zeit hatten wir noch Gelegenheit bis in die Nacht, miteinander zu reden, weiter zu singen, oder einfach nur die Natur und die Stille der Nacht auf uns wirken zu lassen.

Am Samstagmorgen konnten wir (endlich) unsere Seminarleiterin Mirjam Olsson in unserer Mitte begrüßen. Hier begannen wir nach einem stärkenden Frühstück, mit einer allgemeinen Einführung in das Thema. Dabei fanden wir gemeinsam heraus, was Gaben sind, von wem sie kommen und was wir mit ihnen anfangen können. Die daraus resultierende Erkenntnis muss jedem Christen Mut machen: Gott hat uns alle mit einem großartigen Gaben-Mix ausgestattet, damit wir in der Gemeinde aller Christen an Gottes Reich bauen können. Eine Zusage die starken und schwachen Charakteren gleichermaßen gilt.

Um unseren Platz und unsere Aufgabe, insbesondere im CVJM Berlin, zu finden und auszufüllen, konnte nun jeder für sich die ansprechendsten „Zielgruppen“, also die Menschen mit denen man sich am besten auseinandersetzen kann, identifizieren. Natürlich ist dieser Schritt in der Findung der Aufgabe des einzelnen essenziell wichtig. Im Anschluss daran hatten wir nun Zeit Themengebiete, in denen wir uns auskennen und auch arbeiten möchten, zusammen zu stellen. Auch dieser Schritt ist sicherlich notwendig um sich in die ehrenamtliche Arbeit zu stürzen, bzw. vielleicht auch ein neues Angebot für sich zu entdecken. Mit diesen Vorkenntnissen konnten wir uns in die ausgedehnte Mittagspause begeben, die für allerlei Gemeinschaftsaktivitäten genutzt wurde. So wurde zum Beispiel der Steg von den zahlreichen Wasserratten und Sonnenanbetern belagert, der Wald von den Naturfreunden und Storkow-Seltensehern unsicher gemacht, oder einfach nur das eigene Zimmer zum Mittagsschlaf genutzt.

Nach der Kaffeepause mit selbstgebackenem Kuchen ging es schließlich mit der Auswertung der bereits im Vorfeld ausgefüllten Gabentests weiter. Hierbei wurde den Teilnehmern erst die korrespondierende Gabe zu dem jeweiligen Wert aus dem eigenen Gabentest verraten und auch gleich erklärt. Ebenfalls hatten wir die Möglichkeit eine Liste der Gaben im Verein zu erstellen. Der von Mirjam liebevoll erstellte „Gabenpass“ füllte sich nun endlich mit Eintragungen. Nun trafen wir uns zuerst in den jeweiligen Mitarbeitertreffs, bzw. anderen Gruppen von untereinander bereits bekannten CVJMern. Diese Gespräche eröffneten eine neue Sicht auf die jeweils anderen Mitglieder, denn auch „alte Bekannte“ konnten so neue Aspekte aneinander finden. Doch es sollte auch Platz für neue Bekanntschaften sein. Denn nachdem nun jeder seine Gaben neu entdeckt, oder für sich selbst bekräftigt hatte, fanden wir uns in gabenorientierten Gruppen zusammen, um den für Sonntagmorgen geplanten „Werkstattgottesdienst“ zu organisieren. Die Gruppe mit der Gabe der Gastfreundschaft begab sich jedoch in die Küche, um das Abendbüffet für alle zuzubereiten. Als die einzelnen Gruppen mit ihrer jeweiligen Aufgabe abgeschlossen hatten, dinierten alle auf der Terrasse des Haupthauses, mit Grillfleisch, Maispasteten, Salaten und im Pizzaofen selbstgebackenen Brötchen. Den Abend ließen wir dann gemeinsam mit Singen, Spielen und gutem Wein ausklingen.

Nach dem verschlafenen Frühstück am Sonntag, das glücklicherweise etwas später angesetzt war, konnten wir den Herrn in unserem gemeinsamen „Werkstattgottesdienst“ loben und preisen. Jeder erkannte, dass sich die gabenorientierte Planung ausgezahlt hatte, denn wir konnten ein richtiges kleines Fest zu Ehren Gottes feiern. Das am Vorabend gemeinsam beschlossene Thema „Was macht uns stark?“ wurde durch schöne Musik, ein mitreißendes Anspiel und eine gelungene und ermutigende Predigt wunderbar umgesetzt.

Als wir alle den Segen empfangen hatten, gab es noch den obligatorischen und wiedermal köstlichen Storkow-Sonntagsbraten. Durch diese Stärkung hatten wir alle genug Energie, unser Gepäck zusammen zu räumen und das Haus entspannt und gepflegt zu verlassen. Ich denke wir alle konnten neue Erkenntnisse und neue Ideen aus diesem Wochenende mitnehmen, und werden von nun an einen gabenorientierten Einsatz in unserem Leben, vor allem aber im CVJM Berlin, bevorzugen. Ich selber fühle mich nun auf jeden Fall als ein wichtiges „Glied“ im Leib der Gemeinde Christi.

Autor:
Johannes Heyn